KI in der Schule angekommen. Jetzt beginnt die eigentliche Aufgabe.

Die entscheidende Frage lautet längst nicht mehr nur: Wie nutzen wir KI? Der neue Trendmonitor 2026 „KI in der Bildung“ der Deutschen Telekom Stiftung zeigt eine interessante Verschiebung: Im Zentrum …

Die entscheidende Frage lautet längst nicht mehr nur: Wie nutzen wir KI?

Der neue Trendmonitor 2026 „KI in der Bildung“ der Deutschen Telekom Stiftung zeigt eine interessante Verschiebung: Im Zentrum stehen zunehmend nicht mehr reine Anwendungskompetenzen, sondern reflexive KI-Kompetenzen. Schüler:innen und Lehrpersonen sollen KI nicht nur bedienen können, sondern Ergebnisse kritisch hinterfragen, deren Qualität beurteilen und bewusst entscheiden können, wann KI sinnvoll unterstützt, und wann eigenes Denken gefragt ist.

Besonders bemerkenswert finde ich: 57 % der befragten Lehrpersonen fühlen sich beim Einsatz von KI noch eher oder sehr unsicher, und rund 64 % fühlen sich wenig oder schlecht darüber informiert, wie KI-Anwendungen überhaupt eingesetzt werden dürfen.
Gleichzeitig werden die Fragen differenzierter. Es geht nicht mehr nur darum, welches Tool wir einsetzen.

Es geht um Fragen wie:

  • Wie ermöglichen wir eine datenschutzkonforme und rechtssichere Nutzung?
  • Welche Leitlinien und gemeinsamen Regeln brauchen Schulen?
  • Welche KI-Kompetenzen benötigen Lehrpersonen, und welche unsere Schüler:innen?
  • Wie verhindern wir Skill Skipping und Deskilling, also dass wichtige fachliche und überfachliche Kompetenzen durch KI gar nicht erst aufgebaut werden?
  • Welche Chancen bietet KI für Individualisierung, Inklusion und selbstreguliertes Lernen?
  • Welche Risiken entstehen durch Abhängigkeiten, fehlerhafte Ergebnisse oder eine wachsende Digital Skills Gap?
  • Und vielleicht am grundlegendsten: Was ist bereits die Lebenswelt unserer Kinder und Jugendlichen, und wie muss Schule darauf reagieren?

Dass diese Fragen zentral sind, zeigt auch der Trendmonitor: Als besonders dringlich werden die Förderung reflexiver KI-Kompetenzen, systematische Weiterbildungen für Lehrpersonen und die Weiterentwicklung von Prüfungsformen genannt.

Genau an diesen Fragen arbeiten wir auch an der PHSG in unseren Weiterbildungen mit Schulen. Nicht mit dem Ziel, möglichst viele KI-Tools in den Unterricht zu bringen, sondern gemeinsam einen pädagogisch sinnvollen, verantwortungsvollen und kompetenzorientierten Umgang mit KI zu entwickeln.

Auch in Formaten wie dem KI-Pionier oder der KI-Masterclass diskutieren wir diese Fragen intensiv, erproben konkrete Ansätze und suchen gemeinsam mit Lehrpersonen und Schulen nach tragfähigen Lösungen.

Denn der Trendmonitor macht für mich eines sehr deutlich:

KI-Kompetenz bedeutet nicht einfach, KI bedienen zu können.
KI-Kompetenz bedeutet zunehmend, entscheiden zu können, wann, wie und wofür wir KI einsetzen, und wann bewusst nicht.

Autor: Steve Bass

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