Die Bestnote bekommen Schweizer Schulen nicht – John Hattie besucht eine Zürcher Schule und widerspricht mehreren Gewissheiten des Schweizer Bildungssystems

Foto: K. Hofer Der Beitrag in der NZZ am Sonntag von Donze, R. (2026, 22. März) greift zentrale Befunde der internationalen Bildungsforschung von John Hattie auf und stellt diese in …

Foto: K. Hofer

Der Beitrag in der NZZ am Sonntag von Donze, R. (2026, 22. März) greift zentrale Befunde der internationalen Bildungsforschung von John Hattie auf und stellt diese in den Kontext des Schweizer Bildungssystems. Hatties Perspektive, wonach nicht strukturelle Faktoren allein, sondern vor allem die Qualität der Lernprozesse und die Wirksamkeit der Lehrpersonen entscheidend sind, gilt gemäss Artikel als empirisch breit abgestützt und durch umfangreiche Meta-Analysen belegt.

Vor diesem Hintergrund lässt sich das bereits bekannte zukunftsgerichtete Zielbild für Bildungsinstitutionen ableiten: Im Zentrum steht nicht mehr die reine Wissensvermittlung, sondern die aktive Begleitung individueller Lernprozesse. Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, ihr eigenes Lernen zu verstehen und zu steuern. Damit verschiebt sich die Rolle der Lehrperson hin zu einer lernprozessbegleitenden und didaktisch vielseitigen Fachperson.

Gleichzeitig wird deutlich, dass Klassenlehrpersonen eine systemrelevante Schlüsselrolle einnehmen. Ihre Fähigkeit, komplexe Klassengefüge zu führen und lernwirksame Situationen zu gestalten, beeinflusst den Lernerfolg massgeblich. Entsprechend ist eine gezielte Weiterbildung zentral – insbesondere im Umgang mit Heterogenität, Feedbackprozessen und individualisiertem Lernen. Auch strukturelle Faktoren wie Klassengrössen entfalten ihre Wirkung nur dann, wenn sie mit qualitativ hochwertigem Unterricht und gezielten Lernerfahrungen verbunden sind.

Hier setzt das Institut Digitale Bildung (IDIB) der PHSG an: Es unterstützt Bildungsfachpersonen dabei die Digitalität zu steuern und digitale Medien nicht isoliert, sondern lernfördernd und evidenzbasiert einzusetzen. Ziel ist es, dass Schülerinnen und Schüler im Verlauf ihrer Schullaufbahn Kompetenzen entwickeln, um digitale Werkzeuge reflektiert und wirksam für ihren eigenen Lernerfolg zu nutzen. Damit verbindet das IDIB die Erkenntnisse der Bildungsforschung mit konkreter Schul- und Unterrichtsentwicklung und leistet einen Beitrag zu einer zukunftsfähigen, wirksamen Bildungspraxis.

Andreas Weh, Bereichsleiter Weiterbildung und Dienstleistungen PHSG

Bericht NZZ am Sonntag 22. März 2026

 

Weitere Blogbeiträge aus dem zITBOx Netzwerk

Biblionetz neu mit GMLS-generierten Anteilen

Biblionetz neu mit GMLS-generierten Anteilen

Seit heute enthält das Biblionetz auch Zusammenfassungen und Bemerkungen zu Büchern und Texten, die von einem generativen Machine-Learning-System (GMLS) geschrieben worden sind. Solche Texte werden sowohl für den Menschen als …

MFA-Ärger lindern

MFA-Ärger lindern

Mein Arbeitgeber lässt sich nicht davon abbringen, die M365-Konten so einzustellen, dass jedes Gerät, das sich nicht im Arbeitgebernetzwerk befindet, sich täglich neu authentisieren muss per Multifaktor-Authentisierung (MFA). Dies bedeutet …

Biblionetz - Wiki - GMLS - und was ist meine Aufgabe?

Biblionetz – Wiki – GMLS – und was ist meine Aufgabe?

Anfang April hat Andrej Karpathy, ein ehemaliger Mitarbeiter von OpenAI (Herstellerin von ChatGPT) ein Dokument mit dem Titel LLM Wiki (Biblionetz:t33408) veröffentlicht, das beschreibt, wie man mit einem generativen Machine-Learning-System …