
Der Beitrag von Joscha Falck beschreibt, wie Unterricht im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz systematisch geplant werden kann. Ausgangspunkt ist das Modell der fünf Dimensionen des Lernens mit KI: Lernen über, mit, durch, trotz und ohne KI, das den veränderten Bildungsauftrag strukturiert.
Diese Dimensionen helfen, den Einsatz von KI im Unterricht sowohl funktional als auch kritisch zu reflektieren.
Allerdings zeigt sich in der Praxis, dass diese Einteilung für konkrete Unterrichtsplanung oft zu grob ist und sich die Bereiche nicht klar trennen lassen.
Deshalb wird eine weiterentwickelte didaktische „Architektur“ bzw. Planungsvorlage vorgeschlagen, die stärker auf die Gestaltung von Lernaufgaben fokussiert.
Zentral ist dabei die Verschiebung des Blicks von der Technologie hin zu den Aufgaben und Lernzielen.
Die ursprünglichen Dimensionen werden teilweise zusammengeführt (z. B. Lernen mit und durch KI), um die Planung praktikabler zu machen.
Darauf aufbauend werden vier Aufgabenkategorien unterschieden, die unterschiedliche didaktische Funktionen erfüllen.
Eine Kategorie umfasst Aufgaben, in denen KI selbst zum Lerngegenstand wird (Verstehen von Funktionsweisen, Chancen und Risiken).
Andere Kategorien beziehen sich auf den produktiven Einsatz von KI, reflektierten Umgang oder die gezielte Begrenzung ihres Einsatzes.

Die Architektur verdeutlicht, dass Lernen mit KI immer ein Zusammenspiel aus Anwendung, Reflexion und eigenständigem Denken ist.
Ziel ist es, fachliche, überfachliche und spezifische KI-Kompetenzen gemeinsam zu fördern.
Dabei soll KI weder nur als Werkzeug noch als Bedrohung gesehen werden, sondern als Anlass, Unterricht grundlegend weiterzuentwickeln.
Insgesamt plädiert der Beitrag für eine bewusste, didaktisch fundierte Integration von KI, die Lernprozesse vertieft statt verkürzt.
Artikel von Joscha Falck – 19.05.2026
Bilder: Joscha Falck