
KI löst Schulaufgaben in Sekunden. Eine komplette Erörterung schreiben, anspruchsvolle Berechnungen vornehmen oder eine Karikatur analysieren: Viele solcher schulischen Aufgabenstellungen lassen sich mittlerweile mühelos von KI erledigen. Das wirft eine zentrale Frage auf: Wie gestaltet man Aufgaben, bei denen Eigenleistung trotz KI sichtbar bleibt?
Ziel des 3×3-Modells von Manuel Flick ist es, Aufgaben so zu gestalten, dass sie KI-resilienter werden – also trotz KI-Einsatz echtes Denken und Arbeiten erfordern. Das Modell fungiert als Baukasten mit neun Bausteinen, strukturiert in drei Dimensionen: Darstellungsform, Aufgabenfokus und Rahmenbedingungen.
- Unter Darstellungsform fallen Formate wie mündlich/dialogisch, analog/praktisch oder multimodal mit sichtbarem Eigenanteil.
- Der Aufgabenfokus berücksichtigt kognitive Anforderungen wie Urteil & Reflexion, Prozessdokumentation und Transfer bzw. Verknüpfung von Wissen.
- Rahmenbedingungen beziehen sich darauf, wie und wo die Leistung erbracht wird, z. B. beaufsichtigt, kollaborativ oder kontext- und ortsgebunden.
Eine einzelne dieser Massnahmen erhöht die KI-Resilienz nur wenig; effektiv ist vor allem die Kombination mehrerer Bausteine aus unterschiedlichen Dimensionen. Beispiele zeigen, wie solche Aufgaben praktisch aussehen können, etwa ein Erklärvideo mit Prozessdokumentation oder eine Fallstudie mit lokalem Bezug.
Das Modell ist als Poster und Planungshilfe verfügbar und soll Lehrkräften helfen, Aufgaben zielgerichtet und flexibel anzupassen. Der zentrale Anspruch ist, Eigenleistung sichtbar zu machen und Lernprozesse so zu gestalten, dass sie nicht vollständig an KI delegiert werden können, ohne den sinnvollen Einsatz von KI grundsätzlich auszuschliessen.
Blog-Beitrag von Manuel Flick
- Das 3×3-Modell für KI-resilientere Aufgaben (Blog-Beitrag, 28.01.26, Manuel Flick)
Quelle: Header-Bild und Illustration «3×3-Modell für KI-resilientere Aufgaben» von Manuel Flick