Handreichung AL – Leitungsperson – Planung
Planung
Adaptives Lernen als zentraler Baustein der Schulentwicklung: Ziele, Rollen, Ressourcen, Zusammenarbeit und ein gemeinsamer Weg zur wirksamen Umsetzung.
Wie gestalten wir den Weg zur Umsetzung?
Adaptives Lernen wird wirksam, wenn aus gemeinsamen Grundlagen konkrete Entwicklungsschritte entstehen. In der Planung geht es darum, den Weg zur Umsetzung vorausschauend, partizipativ und realistisch zu gestalten.
Der Purpose ist geklärt: Lernprozesse sollen so gestaltet werden, dass sie besser an Lernstand, Tempo und Bedürfnisse der Lernenden anschliessen. Nun werden Missionen, Rollen, Ressourcen, Etappen und Reflexionspunkte definiert.
Die Planung schafft hierbei einen gemeinsamen Routenplan: Was wollen wir zuerst erproben? Wer übernimmt welche Verantwortung? Welche Zeitgefässe, Unterstützungsangebote und Austauschformate braucht es? Und woran erkennen wir, ob sich unsere Praxis tatsächlich weiterentwickelt?
Eine gute Planung schafft eine gemeinsame Basis, die Orientierung gibt – und Raum lässt, um Schritt für Schritt zu wachsen. Zur Planung des Entwicklungsweges steht dem Schul-Projektteam ein Projekt-Canvas und ein Team-Canvas zur Verfügung.
Diese helfen, die wesentlichen Elemente des Vorhabens auf je einer Seite kompakt sichtbar zu machen.
Mehr Inhalt zur Rubrik:
Ich bin Leitungsperson
Vorbereitung
Planung
Umsetzung
Weiterentwicklung
Vorgehensweise und Projektorganisation
Das Projekt-Canvas hilft, die Einführung oder Weiterentwicklung von adaptivem Lernen gemeinsam zu planen. Es macht zentrale Fragen sichtbar, schafft Orientierung und unterstützt dabei, vom guten Vorhaben zu einer konkreten Umsetzung zu gelangen.
Das Projekt-Canvas sollte gemeinsam mit allen Beteiligten in einem Workshop ausgefüllt werden:
Die einzelnen Felder des Projekt-Canvas':
Zweck → Wozu machen wir das?
Beschreibt den übergeordneten Purpose eurer Schulentwicklung im Bereich adaptives Lernen:
- Warum ist adaptives Lernen ein zentrales Thema für unsere Schule?
- Welche Wirkung soll entstehen – für Lernende, Lehrpersonen, Schulkultur und Zukunftsfähigkeit?
- Welche Herausforderungen möchten wir damit gezielt angehen?
→ Das ist euer Nordstern, an dem ihr Entscheidungen ausrichtet.
Missionen → Wofür stehen wir konkret?
Leitet aus dem Purpose 2–3 Missionen ab:
- Was wollen wir im kommenden Schuljahr konkret erreichen?
- Was verändert sich sichtbar im Unterricht, in der Lernbegleitung oder Zusammenarbeit?
- Welche Schwerpunkte setzen wir zuerst?
→ Missionen verbinden Vision und Umsetzung.
Umfeld → Welche Einflussfaktoren gibt es?
Führt auf, was euer System prägt:
- Schulvision, Leitbild, aktuelle Projekte, Schulprogramm
- Heterogenität der Lernenden, Teamkultur, Anspruchsgruppen
- Infrastruktur, Zeitgefässe, behördliche Rahmenbedingungen
→ Erkennt, wo Chancen und Grenzen liegen – und wie ihr beides konstruktiv nutzt.
Strategie und Meilensteine → Wie kommen wir dahin?
Erstellt euren Routenplan mit Etappen und Review-Terminen:
- Welche Schritte führen zur Mission (z. B. Pilot, Erprobung, Ausweitung, Verstetigung)?
- Welche Meilensteine markieren Fortschritt?
- Welche Kriterien zeigen, dass ihr auf Kurs seid?
→ Plant iterativ in überschaubaren Schleifen (z. B. 6–8 Wochen).
Risiken und Chancen → Worauf müssen wir achten?
Identifiziert Herausforderungen und Potenziale:
- Was könnte Fortschritt bremsen (Zeitmangel, Überlastung, Unklarheit)?
- Welche Chancen eröffnen sich (mehr Lernwirksamkeit, Entlastung, Selbstständigkeit)?
- Welche Stärken im Team können wir nutzen?
→ Entwickelt zu Risiken passende Gegenstrategien oder Lernaufgaben.
Ressourcen → Was steht uns zur Verfügung?
Erfasst, was ihr habt – und was ihr noch braucht:
- Zeitfenster, Räume, digitale Tools, Expertise
- Unterstützungsangebote (z. B. Weiterbildungsmodule, Supportgefässe, Fachstellen)
→ Nutzt vorhandene Strukturen – kein Zusatzprojekt, sondern eine gezielte Integration in den Alltag.
Team und Rollen → Wer gestaltet was?
Klärt Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten:
- Wer übernimmt die Entwicklungsverantwortung?
- Wer begleitet Teams, Pilotprojekte oder Kommunikation?
- Welche Rollen haben Schulleitung, Steuergruppe und Lehrpersonen?
- Wie werden Lernende und Eltern einbezogen?
→ Klare Rollen schaffen Verbindlichkeit und Entlastung.
Unterstützungsangebote → Welche Begleitung und Ressourcen stehen zur Verfügung?
Erfasst interne und externe Unterstützungsstrukturen:
- Welche Personen oder Institutionen bieten fachliche Unterstützung?
- Welche Angebote können genutzt werden (PHSG, zITBOx, Coaching, Netzwerke)?
- Welche Weiterbildung hilft im nächsten Schritt?
→ Unterstützungsangebote gezielt kombinieren erhöht Wirksamkeit.
Ergebnisse und Transfer → Was bleibt, was teilen wir?
Sammelt mögliche Ergebnisse und Produkte:
- Welche Resultate entstehen – fachlich, organisatorisch, kulturell?
- Wie werden Erfahrungen sichtbar gemacht (Stories, Leitfäden, Praxisbeispiele)?
- Was teilen wir im Kollegium oder mit anderen Schulen?
→ Plant den Transfer frühzeitig mit.
Qualität und Wirkung → Woran messen wir Erfolg?
Legt Qualitätskriterien und Wirkungsindikatoren fest:
- Woran merken Lernende Verbesserung?
- Wie verändert sich Unterricht sichtbar?
- Was erleben Lehrpersonen als Gewinn?
- Welche Rückmeldungen holen wir ein?
→ Regelmässige Mini-Evaluationen machen Fortschritt sichtbar.
Zeitachse → Wann wird was umgesetzt?
Visualisiert den geplanten Ablauf auf einer Zeitlinie:
- Welche Phasen, Etappen oder Schleifen sind vorgesehen?
- Wann finden Reviews, Reflexionen und Transferanlässe statt?
- Wann starten Pilotierungen oder nächste Schritte?
→ Verknüpft euren Zeitplan mit dem Schuljahr und bestehenden Gefässen.
Rhythmus und Arbeitsweise → Wie bleiben wir im Takt?
Definiert euren Teamrhythmus mit passenden Zeitgefässen:
- Wie oft treffen wir uns?
- Wie sichern wir Kommunikation und Feedback?
- Welche Schleifen nutzen wir für Reflexion und Weiterentwicklung?
- Wie bleiben wir zwischen Sitzungen handlungsfähig?
→ Kontinuität ist oft wichtiger als Tempo.
Zusammenarbeit und Teambildung
Adaptives Lernen gelingt dann, wenn Ziele, Rollen, Erwartungen und gemeinsame Prinzipien der Zusammenarbeit in einem Workshop geklärt werden. Das Team-Canvas dient als gemeinsames Reflexions- und Entwicklungsinstrument, um Verantwortung, Kommunikation und Arbeitskultur im Team aufeinander abzustimmen. So weden Zuständigkeiten sichtbar, Erwartungen geklärt, gemeinsame Arbeitsweisen festgelegt, um die Zusammenarbeit im Entwicklungsprozess gezielt zu stärken.
Im Zentrum steht dabei die Frage, wie Lehrpersonen, Schulleitung und weitere Beteiligte gemeinsam Lernprozesse gestalten, Erfahrungen teilen und Entwicklung im Alltag verankern. Eine klare Zusammenarbeit schafft Orientierung, stärkt Vertrauen und macht Schulentwicklung handhabbar.

Erklärung der einzelnen Felder des Team-Canvas':
Zweck → Warum gibt es uns als Team?
Beschreibt den gemeinsamen Auftrag eures Teams im Kontext von adaptivem Lernen.
- Welchen Beitrag leistet das Team zur Lernkultur, Schulentwicklung und Unterrichtsqualität?
- Warum ist dieses Team für die Umsetzung wichtig?
- Was wäre ohne dieses Team schwieriger oder nicht möglich?
→ Der gemeinsame Zweck verbindet die Teamarbeit mit dem Entwicklungsziel der Schule.
Menschen und Rollen → Wer sind wir im Team?
Macht sichtbar, wer Teil des Teams ist und welche Rollen jede Person übernimmt.
- Welche Verantwortung trägt wer?
- Wer bringt welche Perspektive oder Expertise ein?
- Wie ergänzen sich eure Profile?
- Wer übernimmt Koordination, Kommunikation oder Prozessbegleitung?
→ Klare Rollen schaffen Orientierung und stärken gegenseitige Wertschätzung.
Gemeinsame Ziele → Was wollen wir zusammen erreichen?
Definiert, welche Ziele ihr als Team konkret verfolgt.
- Was ist euer Kernanliegen für die nächsten Monate?
- Was wollt ihr im Bereich adaptives Lernen sichtbar verändern?
- Welche Wirkung soll für Lernende und Lehrpersonen entstehen?
→ Gemeinsame Ziele verbinden und richten eure Arbeit auf Ergebnisse aus.
Werte → Wofür stehen wir im Miteinander?
Legt fest, welche Haltungen eure Zusammenarbeit prägen.
- Welche Werte leiten uns (z. B. Vertrauen, Offenheit, Verlässlichkeit, Mut zum Ausprobieren)?
- Wie gehen wir mit Fehlern, Unsicherheit und unterschiedlichen Meinungen um?
- Was stärkt eine lernförderliche Teamkultur?
→ Gemeinsame Werte sind Orientierung für Entscheidungen und Konfliktklärung.
Regeln und Aktionen → Wie arbeiten wir konkret zusammen?
Vereinbart klare Regeln, Routinen und Arbeitsweisen.
- Wie kommunizieren wir miteinander?
- Wie treffen wir Entscheidungen?
- Wie dokumentieren wir Ergebnisse?
- Wie sichern wir Verbindlichkeit zwischen den Treffen?
→ Einfache, gelebte Spielregeln schaffen Sicherheit im Alltag.
Persönliche Ziele → Was treibt mich an?
Teilt individuelle Motivationen und Entwicklungsziele.
- Was möchte jede Person lernen oder einbringen?
- Wo möchte ich mich weiterentwickeln?
- Was motiviert mich an diesem Thema?
- Welchen Beitrag möchte ich leisten?
→ Persönliche Ziele stärken Engagement und Selbstwirksamkeit.
Bedürfnisse und Erwartungen → Was braucht jede und jeder, um wirksam zu sein?
Sprecht über förderliche Rahmenbedingungen und Erwartungen.
- Welche Unterstützung brauche ich im Team?
- Was hilft mir, Verantwortung zu übernehmen?
- Welche Form von Feedback wünsche ich mir?
- Was ist mir in der Zusammenarbeit wichtig?
→ Offene Erwartungen fördern Vertrauen und psychologische Sicherheit.
Stärken und Kompetenzen → Was bringen wir mit?
Sammelt individuelle und gemeinsame Ressourcen.
- Welche Erfahrungen und Kompetenzen können wir nutzen?
- Wer hat bereits Good Practice im adaptiven Lernen?
- Welche besonderen Talente oder Netzwerke bringen wir mit?
→ Sichtbare Stärken werden zur Grundlage für Wirkung und Selbstvertrauen.
Schwächen und Entwicklungsbereiche → Woran wollen wir arbeiten?
Reflektiert ehrlich, wo Lernen und Unterstützung nötig sind.
- Welche Herausforderungen erleben wir aktuell?
- Wo fehlt uns noch Sicherheit oder Klarheit?
- Welche Kompetenzen wollen wir ausbauen?
- Wie können wir uns gegenseitig unterstützen?
→ Entwicklungsfelder machen Lernen zum Teil eurer Teamkultur.
