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Handreichung AL – Leitungsperson – Umsetzung

Umsetzung

Den Entwicklungsweg zu adaptivem Lernen konsequent, strukturiert und lernwirksam gestalten – flexibel, gemeinsam und nah am Schulalltag.

Den Weg in die Praxis gestalten

Nach der Entscheidung für adaptives Lernen geht es darum, die Umsetzung im Schulalltag zu konkretisieren. Entscheidend ist nicht ein grosser Entwicklungsschritt, sondern ein wiederholbarer Prozess: planen, erproben, beobachten, auswerten und weiterentwickeln.

Der Lernloop bietet dafür eine gemeinsame Orientierung auf Unterrichtsebene. Er hilft, Lernstände sichtbar zu machen, Lernprozesse gezielt zu begleiten, Feedback einzubauen und nächste Schritte abzuleiten.

Auf Ebene der Schulentwicklung unterstützt ein agiles Entwicklungsboard die Zusammenarbeit im Team. Es zeigt, welche Vorhaben geplant sind, woran aktuell gearbeitet wird, wer Verantwortung übernimmt und welche Erkenntnisse bereits vorliegen. Für viele Schulen ist es hilfreich, die Umsetzung mit agilen Prinzipien der Schulentwicklung zu gestalten: Eine praxisnahe Unterstützung bietet das Kartenset Agile Schulentwicklung.

So werden Unterrichtsentwicklung und Schulentwicklung miteinander verbunden: Der Lernloop richtet den Blick auf wirksames Lernen im Unterricht, das Entwicklungsboard schafft Verbindlichkeit und Übersicht im gemeinsamen Entwicklungsprozess.

So funktioniert agile Schulentwicklung

1 Strukturen aufbauen – Orientierung schaffen

Richtet zu Beginn eine tragfähige Grundstruktur ein - gute Struktur schafft Ruhe, Übersicht und Verbindlichkeit:

  • Entwicklungsboard analog oder digital erstellen
  • gemeinsame Datenablage und Dokumentation festlegen
  • Rollen und Zuständigkeiten klären
  • Steuergruppe oder Entwicklungsteam benennen
  • Sitzungsrhythmus und Reviewtermine planen
  • Kommunikationswege definieren

2 In Schleifen arbeiten – klein starten, wirksam lernen

Plant die Umsetzung in kurzen Entwicklungszyklen (z. B. 4–8 Wochen).

Jede Schleife beinhaltet: Planung → Umsetzung → Reflexion → Anpassung

Mögliche Fragen:

  • Welches Ziel verfolgen wir in dieser Phase?
  • Welche konkrete Veränderung testen wir?
  • Wer übernimmt was?
  • Woran erkennen wir Fortschritt?

3 Erste Praxisfelder wählen – Wirkung erzeugen

Startet dort, wo rasch Erfahrungen möglich sind:

  • Lernloop in einzelnen Klassen erproben
  • Lernstand sichtbar machen
  • Feedbackroutinen stärken
  • individualisierte Lernaufträge testen
  • Lernbegleitung gezielt ausbauen

Wählt lieber wenige wirksame Pilotfelder als zu viele Baustellen gleichzeitig. Frühe Erfolge schaffen Vertrauen.

4 Zusammenarbeit sichern – gemeinsam lernen

Verankert Austausch und kollegiales Lernen - Entwicklung wird tragfähig, wenn sie gemeinsam getragen wird:

  • kurze Teamsyncs durchführen
  • Good Practice sichtbar machen
  • Hospitationen ermöglichen
  • Erfahrungen im Team teilen
  • Fragen und Herausforderungen offen besprechen

5 Fortschritt sichtbar machen – das Entwicklungsboard nutzen

6 Den Lernloop nutzen – Lernen gezielt gestalten

Setzt den Lernloop bewusst als Orientierungsrahmen für den Unterricht ein. Während das Entwicklungsboard den Prozess steuert, richtet der Lernloop den Blick auf das Lernen selbst.


Typische Schritte:

  • Lernstand erkennen
  • Lernangebote differenzieren
  • Lernprozesse begleiten
  • Feedback geben
  • Fortschritte sichtbar machen
  • nächste Lernschritte planen

7 Regelmässig reflektieren – den Lernloop leben

Nutzt feste Reflexionspunkte: Adaptives Lernen gelingt, wenn auch Schulentwicklung adaptiv gestaltet wird.

  • Was wirkt bereits gut?
  • Was lernen die Schüler:innen?
  • Wo braucht es Anpassungen?

Empfehlung:

Denkt nicht in Jahresplänen allein, sondern in beweglichen Entwicklungsschritten:


Ziel klären → Erproben → Beobachten → Lernen → Weiterentwickeln


So wird der Weg in die Praxis realistisch, motivierend und nachhaltig gestaltet.


Download-Tipp

Das Kartenset "Agile Schulentwicklung" beschreibt alle Schritte kurz und klar.

Pilotieren, erproben, lernen

Startet mit überschaubaren Pilotvorhaben, sammelt Erfahrungen und entwickelt adaptive Lernformen auf Basis realer Praxis weiter. Beginnt bewusst klein, damit Lernen möglich wird, ohne das ganze System gleichzeitig zu überfordern. Pilotieren bedeutet nicht Perfektion, sondern gezieltes Lernen unter realen Bedingungen. Kleine Erfahrungen schaffen Vertrauen und bilden die Grundlage für nachhaltige Weiterentwicklung.

Wählt Pilotfelder, die überschaubar, relevant und lernwirksam sind:

  • setzt adaptive Lernsequenzen in einzelnen Klassen, Jahrgängen oder Fachbereichen um
  • testet neue Formen von Differenzierung, Lernbegleitung oder Feedback
  • erprobt digitale oder analoge Instrumente zur Lernstandsdiagnose
  • nutzt flexible Lernsettings, Lernateliers oder Coachingformate
  • bindet interessierte Lehrpersonen als erste Mitgestaltende ein

Sichert das Lernen aus den Pilotphasen:

  • beobachtet Wirkung auf Lernende und Lehrpersonen
  • sammelt Rückmeldungen systematisch
  • haltet Gelingensbedingungen und Stolpersteine fest
  • passt Konzepte pragmatisch an
  • entscheidet bewusst, was weitergeführt, angepasst oder beendet wird


Macht Erfahrungen sichtbar:

  • teilt Good Practice im Team
  • zeigt Beispiele aus Unterricht und Lernbegleitung
  • nutzt Teamsitzungen, interne Weiterbildungen oder kurze Sharing-Formate
  • würdigt Mut zum Ausprobieren und Lernen aus Fehlern
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Tipps aus der Modellschule Wittenbach:

Zusammenarbeit und Reflexion stärken

Nutzt die bereits aufgebauten Gefässe gezielt, damit adaptives Lernen im Alltag weiter wächst. Gemeinsame Reflexion, Austausch und gegenseitige Unterstützung sind zentrale Erfolgsfaktoren.


Setzt bestehende Formate wirksam ein:

  • besprecht in Teamsitzungen pädagogische Lernfragen
  • führt Team-Reviews zu Erfahrungen und Wirkung durch
  • setzt kollegiale Hospitationen und Lernbesuche um
  • organisiert Good-Practice-Sharing aus dem Unterricht
  • setzt pädagogische Kurzimpulse oder Lernatelier-Austausch ein
  • plant gemeinsame Weiterentwicklungstage oder SCHILF gezielt ein


Richtet den Blick auf das Lernen:

  • Was gelingt bereits gut?
  • Wo erleben Lernende mehr Selbstständigkeit?
  • Welche Unterstützung brauchen Lehrpersonen?
  • Was lernen wir als Team?
  • Welche nächsten Schritte leiten wir daraus ab?


Haltet Erkenntnisse fest und macht Fortschritte sichtbar, damit Erfahrungen nicht verloren gehen und Weiterentwicklung anschlussfähig bleibt.

Aufgabe der Leitung

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Die Leitung begleitet den Entwicklungsprozess aktiv, schafft Orientierung und sorgt für Rahmenbedingungen, unter denen adaptives Lernen wachsen kann. Leiten bedeutet dabei, Entwicklung zu ermöglichen und nicht alles selbst zu steuern.

Sie setzt gezielte Impulse,

  • gibt eine klare Richtung und ein verständliches Zielbild vor
  • setzt Prioritäten und schützt vor Überlastung
  • sichert Ressourcen, Zeitgefässe und passende Unterstützung
  • stärkt Teams, Pilotgruppen und engagierte Mitgestaltende
  • ermöglicht Beteiligung und gemeinsames Lernen
  • nutzt Meetings, Reviews, Boards und Kurzberichte für Verbindlichkeit
  • macht Fortschritte und Good Practice sichtbar
  • nimmt Unsicherheiten und Widerstände ernst
  • lebt Lernkultur und Reflexionsbereitschaft vor.


Sie steuert mit Augenmass:

  • gibt Orientierung statt Mikromanagement
  • schafft Klarheit statt Komplexität
  • stärkt Verantwortung statt Abhängigkeit
  • fördert Lernen statt Perfektionsdruck


Weiterbildungsplanung

Weiterbildung wirkt besonders dann nachhaltig, wenn sie nicht zufällig erfolgt, sondern mit der Schulentwicklung verbunden wird. Für adaptives Lernen ist es sinnvoll, persönliche Weiterbildung, Teamlernen und schulinterne Entwicklung miteinander zu verknüpfen.

Eine gute Weiterbildungsplanung fragt nicht nur: Wer besucht welchen Kurs? Sondern: Welche Kompetenzen brauchen wir als Schule? Welche Rollen müssen gestärkt werden? Welche Entwicklungsschritte stehen als Nächstes an?


Bestandteile einer Weiterbildungsplanung

  • Standortbestimmung im Team
  • gemeinsame Entwicklungsziele
  • persönliche Entwicklungsfelder
  • schulinterne Weiterbildung
  • externe Begleitung
  • Transfer in den Unterricht
  • Reflexion der Wirkung
  • nächste Entwicklungsschleife

Mögliche Formate

  • SCHILW oder pädagogischer Tag
  • Unterrichtswerkstatt
  • Hospitationen
  • Coaching oder Prozessbegleitung
  • aprendo-Module
  • Peer Learning im Team
  • Weiterbildungsberatung durch die PHSG

Passende Vertiefungen

  • Feedback und formative Beurteilung
  • Lernen sichtbar machen
  • geeignete digitale Tools finden
  • Digitalität und KI im Unterricht
  • Lernbegleitung und Coaching
  • Unterrichtsentwicklung im Team

Weiterbildungsangebot aprendo:

Vertiefende Impulse zu zeitgemässer Führung, Schulentwicklung und Transformationsbegleitung bieten passende Module von aprendo. Sie unterstützen Leitungspersonen dabei, Veränderungsprozesse lernorientiert, partizipativ und nachhaltig zu gestalten.

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Strategische Schulentwicklung

Von Einzelmassnahmen zur gemeinsamen Kompetenzentwicklung.

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Kultur der Digitalität verstehen.