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Wie machen wir Lernen sichtbar und entwickeln Making weiter?

Wie machen wir Lernen sichtbar und entwickeln Making weiter?

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Aussichtspunkt | Lernwege dokumentieren, Rückmeldungen nutzen und nächste Entwicklungsschritte ableiten

Was haben die Lernenden beim Making verstanden, erprobt und weiterentwickelt? Ihr wählt aussagekräftige Lernspuren aus, gestaltet Rückmeldungen und reflektiert gemeinsam die Erfahrungen. Daraus leitet ihr nächste Schritte für das Lernen, euren Unterricht und die Making-Praxis an eurer Schule ab.

Vom sichtbaren Ergebnis zum Verständnis des Lernwegs

Am Ende eines Making-Vorhabens stehen unterschiedliche Ergebnisse: ein funktionierender Prototyp, eine überraschende Konstruktion oder eine Idee, die noch nicht wie geplant funktioniert. Um das Lernen zu verstehen, lohnt sich der Blick auf den Weg dorthin: Welche Entscheidungen haben die Lernenden getroffen? Was haben sie beim Testen erkannt? Wie haben sie ihre Lösung verändert?

In diesem Beitrag plant ihr, welche Lernspuren ihr dafür benötigt und wie ihr sie gemeinsam besprecht. Skizzen, Zwischenstände, kurze Erklärungen und Beobachtungen können den Austausch unterstützen. Entscheidend ist, dass die ausgewählten Informationen zu euren Lernzielen und Fragen passen.

Anschliessend richtet ihr den Blick auf eure eigene Praxis. Was hat die Lernenden beim Weiterkommen unterstützt? Wo waren Aufgaben, Materialien oder Hilfen unpassend? Solche Erfahrungen geben Anhaltspunkte, um das nächste Unterrichtsvorhaben anzupassen und im Team über die Weiterentwicklung von Making zu entscheiden.

Quick Facts

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Organisation / Unternehmen:

Making Handreichung

Das nehmen ihr mit

Ihr wählt Lernspuren aus, die Einblick in die angestrebten Kompetenzen geben.

Ihr gestaltet Rückmeldungen und Reflexionsgespräche mit konkreten nächsten Schritten.

Ihr klärt, welche Kriterien ihr für eine allfällige Beurteilung benötigt.

Ihr nutzt Beobachtungen und Rückmeldungen, um eure Making-Praxis gezielt weiterzuentwickeln.

Leitfrage für euer Team:

Welche Einblicke brauchen wir, um das Lernen zu verstehen und daraus hilfreiche nächste Schritte abzuleiten?

In fünf Schritten Lernen sichtbar machen und Making weiterentwickeln


1. Klären, was ihr verstehen möchtet

Geht von euren Lernzielen aus: Möchtet ihr erkennen, wie die Lernenden ein fachliches Prinzip anwenden, Lösungen testen oder Entscheidungen in der Gruppe treffen? Wählt wenige Schwerpunkte, die ihr während des Vorhabens tatsächlich beobachten und besprechen könnt.

Unterscheidet dabei zwei Fragen: Was lernen die einzelnen Lernenden? Und wie geeignet sind die Aufgabe und die angebotene Unterstützung? Beide Perspektiven sind hilfreich, führen aber zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen.

Haltet fest:

Worauf richten wir unseren Blick – und wofür möchten wir die gewonnenen Informationen nutzen?

2. Aussagekräftige Lernspuren auswählen

Vereinbart mit den Lernenden, welche Zwischenstände sie festhalten. Das können eine erste Skizze, ein Foto vor und nach einer Veränderung, ein kurzer Testbericht oder eine mündliche Erklärung sein. Wählt Formen, die zur Lerngruppe passen und das praktische Arbeiten möglichst wenig unterbrechen.

Besonders aufschlussreich sind Lernspuren, die eine Entscheidung nachvollziehbar machen: «Das wollten wir erreichen. Das haben wir beobachtet. Deshalb haben wir etwas verändert.» Ergänzt bei Gruppenarbeiten kurze individuelle Erklärungen, damit auch die Beiträge und Erkenntnisse einzelner Lernender sichtbar werden.

Haltet fest:

Welche wenigen Lernspuren helfen uns, den Lernweg nachzuvollziehen?

3. Rückmeldungen für das Weiterarbeiten nutzen

Plant kurze Rückmeldungen zu einem Zeitpunkt, an dem die Lernenden noch etwas verändern können. Bezieht euch auf ein vereinbartes Ziel oder Kriterium und auf eine konkrete Beobachtung.

Bei einer Konstruktion könnte eine Rückmeldung lauten: «Beim zweiten Test blieb eure Brücke stabil, als ihr das Gewicht in der Mitte aufgelegt habt. Wie könntet ihr prüfen, ob das auch an anderen Stellen gelingt?» Gebt anschliessend Zeit, die Rückmeldung aufzugreifen.

Auch Lernende können einander Rückmeldung geben. Klärt dafür, worauf sie achten sollen. Hilfreich sind nachvollziehbare Beobachtungen und Fragen, aus denen sich ein nächster Versuch ergibt.

Haltet fest:

Wann erhalten die Lernenden Rückmeldung – und wann können sie damit weiterarbeiten?

4. Gemeinsam reflektieren und bei Bedarf beurteilen

Lasst die Lernenden ausgewählte Zwischenstände und Ergebnisse erläutern. Fragt nach ihrem Vorgehen, nach Veränderungen und nach offenen Fragen. Greift dabei die Lernziele wieder auf: Was können sie nun erklären oder tun? Wo benötigen sie weitere Erfahrungen?

Falls ihr das Vorhaben beurteilt, macht Kriterien und Erwartungen vorab verständlich. Nutzt dafür passende Informationen aus dem Prozess, dem Ergebnis und den Erklärungen der Lernenden. Ein gelungenes Gruppenprodukt allein zeigt noch nicht, was jede einzelne Person verstanden hat. Ebenso erlaubt ein nicht funktionierender Prototyp allein kein abschliessendes Urteil über das Lernen.

Haltet fest:

Welche Aussagen über das Lernen können wir begründen – und wo fehlen uns noch Einblicke?

5. Konsequenzen für die nächste Durchführung ableiten

Betrachtet eure Beobachtungen zusammen mit den Rückmeldungen der Lernenden. Wo ermöglichte die Aufgabe eigene Entscheidungen? Welche Hilfen wurden gebraucht? Wer konnte sich beteiligen, und wo entstanden Hindernisse?

Wählt eine konkrete Anpassung für das nächste Vorhaben. Vielleicht braucht es einen früheren Test, eine verständlichere Einführung oder eine andere Aufgabenverteilung. Haltet fest, was ihr verändert und woran ihr bei der nächsten Durchführung erkennen möchtet, ob es hilfreich war.

Wenn ihr Erfahrungen im Schulteam bündelt, kennzeichnet den jeweiligen Kontext. Eine Beobachtung aus einer Klasse ist ein Anlass zum gemeinsamen Prüfen; sie lässt sich nicht automatisch auf alle Lerngruppen übertragen.

Haltet fest:

Was verändern wir als Nächstes – und wie überprüfen wir diese Anpassung?

Unser Making-Vorhaben auswerten und weiterentwickeln

Unser Fokus:

Welche Lernziele und welche Frage zur Unterrichtsgestaltung betrachten wir?

Unsere Lernspuren:

Welche Skizzen, Zwischenstände, Erklärungen oder Beobachtungen beziehen wir ein?

Erkenntnisse der Lernenden:

Was können sie erklären oder zeigen? Welche Entscheidungen und Veränderungen können sie begründen?

Rückmeldungen zum Unterricht:

Was hat die Lernenden unterstützt? Wo hätten sie andere Bedingungen oder Hilfen gebraucht?

Unsere Einordnung:

Was lässt sich aus diesen Informationen ableiten? Was bleibt offen?

Unsere nächste Anpassung:

Was verändern wir bei der Aufgabe, den Materialien, der Organisation oder der Begleitung?

Unsere Überprüfung:

Wann erproben wir die Anpassung? Worauf achten wir dabei?

Unser Beitrag fürs Team:

Welche Erfahrung möchten wir mit anderen teilen – und welche Rahmenbedingungen müssen wir dazu erläutern?

Einblicke in die Praxis: Lernwege sichtbar machen

Wie lässt sich erkennen, was Lernende beim Making verstanden und weiterentwickelt haben? Diese Beispiele zeigen, wie Modelle, Prozessaufnahmen und Präsentationen Einblicke ermöglichen. Entdeckt Anregungen, um mit Lernenden über ihre Entscheidungen, Herausforderungen und nächsten Schritte ins Gespräch zu kommen.

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Fachliches Verständnis sichtbar machen

Lernende stellen Körperfunktionen mit selbst gebauten Modellen, digitalen Konstruktionen und Stopmotionfilmen dar. Die anschliessenden Präsentationen bieten Anlass für Austausch und fachliche Vertiefung. Der Beitrag zeigt, wie unterschiedliche Produkte zum Ausgangspunkt für Gespräche über fachliche Zusammenhänge werden.

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Entwicklungsschritte dokumentieren

Beim Bau eines «Heissen Drahts» mit Makey Makey und Scratch entstehen unterschiedlich weit entwickelte Lösungen. Filmaufnahmen halten Entwicklungsschritte fest. Das Beispiel lenkt den Blick darauf, wie Lernende Herausforderungen bearbeiten und was sich aus ihrem Vorgehen erfahren lässt.

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Ideen präsentieren und Rückmeldungen einholen

In einer Unterrichtsreihe zum Smart Home stellen Gruppen ihre Prototypen in kurzen Präsentationen vor und erhalten strukturiertes Peer-Feedback. Ihren Lernweg dokumentieren sie mit Text, Bild und Audio. Der Beitrag verbindet damit Präsentation, Rückmeldung und Prozessdokumentation.

Auf eure Praxis übertragen

Wählt ein Beispiel und betrachtet es aus der Perspektive des Lernens:

  • Welche Einblicke geben das Produkt, die Dokumentation oder die Präsentation?
  • Welche zusätzliche Erklärung würdet ihr von den Lernenden benötigen?
  • Welche Rückmeldung könnte ihnen beim nächsten Schritt helfen?

Plant für euer nächstes Making-Vorhaben eine kleine, gezielte Dokumentation: etwa zwei Fotos eines überarbeiteten Prototyps mit einer kurzen Erklärung, was verändert wurde und weshalb. Nutzt diese Lernspur als Grundlage für ein Gespräch über die nächsten Schritte.

Lernen reflektieren – Making gezielt weiterentwickeln

Diese Materialien unterstützen euch dabei, Kompetenzen zu besprechen, Making-Leistungen zu begutachten und eure schulische Praxis zu überprüfen. Wählt die Instrumente passend zu eurer Fragestellung und beginnt mit einem überschaubaren Einsatz.

Kompetenzen einschätzen mit MakeComp4School

Das Kompetenzraster beschreibt 24 Making-Kompetenzen und ermöglicht Lernenden ab der 5. Klasse eine Selbsteinschätzung. Wählt einzelne Kompetenzen aus und besprecht anhand konkreter Lernspuren, woran sie erkennbar werden. Die Indikatoren beschreiben Wissen, Haltungen und Fertigkeiten; sie bilden keine aufsteigende Stufenleiter.

Making-Leistungen wahrnehmen und würdigen

Wie lassen sich unterschiedliche Produkte und Lernwege angemessen begutachten? Im Bereich «Leistungen begutachten» findet ihr eine Handreichung, bearbeitbare Begutachtungsinstrumente und einen Maker-Pass mit Ideen zur Selbst- und Fremdbewertung. Nutzt die Vorlagen als Ausgangspunkt und passt sie an eure Lernziele an.

Die Making-Praxis gemeinsam weiterentwickeln

Welche Ziele erreicht ihr mit Making, und wo braucht es Anpassungen? Das Dossier «Weiterentwickeln» bietet Qualitätskriterien, Erhebungsinstrumente für unterschiedliche Zielgruppen sowie Anregungen zum Umgang mit Herausforderungen. Damit könnt ihr Rückmeldungen aus eurer Schule sammeln und nächste Entwicklungsschritte festlegen.

Ein Instrument auswählen und erproben

Legt zuerst fest, was ihr erfahren möchtet: Geht es um die Lernentwicklung einzelner Schüler, um die Gestaltung eures Unterrichts oder um Making an eurer Schule?

Wählt dazu ein passendes Instrument und begrenzt den ersten Einsatz auf wenige Fragen oder Kriterien. Besprecht anschliessend:

Was haben wir erfahren, das uns vorher noch nicht klar war?

Welche Beobachtungen oder Beispiele stützen unsere Einschätzung?

Was verändern wir konkret, und wann schauen wir erneut darauf?

Verbindet die Auswertung mit einer Handlung: einer Rückmeldung an die Lernenden, einer angepassten Aufgabe oder einem gemeinsam vereinbarten Entwicklungsschritt.

Warum Lernspuren und Rückmeldungen wichtig sind

Lernprozesse erschliessen

Die systematische Literaturübersicht von Davies und Seitamaa-Hakkarainen (2025) beschreibt prozessbezogene Portfolios als einen Ansatz, um Lernen beim Making zu dokumentieren und zu reflektieren. Zugleich bleibt die Erfassung der vielfältigen Lernergebnisse eine Forschungsaufgabe. Für eure Praxis lässt sich daraus ableiten: Verbindet ausgewählte Produkte und Prozessspuren mit Erklärungen der Lernenden, um ihre Überlegungen und Entwicklungsschritte besser zu verstehen (Davies & Seitamaa-Hakkarainen, 2025).

Rückmeldungen auf das Weiterlernen ausrichten

Die allgemeine Feedbackforschung zeigt, dass Rückmeldungen unterschiedlich wirken können. Hattie und Timperley (2007) unterscheiden dabei drei zentrale Fragen: Welches Ziel wird angestrebt? Wo stehe ich? Was ist der nächste Schritt? Auf Making übertragen bedeutet dies: Besprecht konkrete Entscheidungen, Vorgehensweisen und Verbesserungsmöglichkeiten und plant Zeit ein, damit Lernende die Rückmeldung nutzen können (Hattie & Timperley, 2007).

Auch die schulischen Bedingungen reflektieren

Maurer und Ingold (2023) untersuchen Making als Schulentwicklungsprozess an fünf Pilotschulen. Ihre Zwischenergebnisse verdeutlichen, dass eine dauerhafte Verankerung mit pädagogischen und organisatorischen Bedingungen zusammenhängt. Für eure Weiterentwicklung lohnt sich deshalb ein Blick auf Aufgaben, Lernbegleitung, Zusammenarbeit und verfügbare Ressourcen. Prüft gemeinsam, welche Bedingungen eure Vorhaben unterstützen und wo Anpassungen nötig sind (Maurer & Ingold, 2023).

Euer nächster Schritt: Aus einer Erkenntnis eine Veränderung machen

Wählt ein Making-Vorhaben aus, das ihr gerade durchführt oder kürzlich abgeschlossen habt. Betrachtet einige Lernspuren und bezieht die Sicht der Lernenden ein. Haltet gemeinsam fest:

Das verstehen wir jetzt besser:

eine Erkenntnis über das Lernen oder die Gestaltung des Unterrichts.

Das passen wir an:

eine konkrete Veränderung für die nächste Durchführung.

Darauf achten wir:

eine Beobachtung oder Rückmeldung, anhand derer ihr die Veränderung überprüft.


Offene Fragen dürfen bleiben. Entscheidend ist, dass ihr wisst, welche davon vor dem Start geklärt werden müssen und welche ihr während der Erprobung untersuchen könnt.

Literatur und Links

Gravel, B. E., & Puckett, C. (2023). What shapes implementation of a school-based makerspace? Teachers as multilevel actors in STEM reforms. International Journal of STEM Education, 10, Article 7. https://doi.org/10.1186/s40594-023-00395-x

Maurer, B., & Ingold, S. (2023). Making als Bildungsinnovation: Gelingensfaktoren aus Sicht der Schulentwicklung. MedienPädagogik: Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung, 56, 37–68. https://doi.org/10.21240/mpaed/56/2023.12.02.X

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