Brauchen wir einen Makerspace – und wie gestalten wir ihn?
Brauchen wir einen Makerspace – und wie gestalten wir ihn?
Rubrik: Leitfäden und Handreichungen
Zielgruppe: Lehrperson, PICTS, TICTS, Schulleitung, Making-Verantwortliche
Maker-Werkstatt | Vom geplanten Tun zum passenden Raum
Making braucht Platz zum Entwickeln, Bauen, Testen und Verbessern. Welche räumliche Lösung passt zu eurer Schule? Ihr klärt eure Anforderungen, prüft vorhandene Möglichkeiten und plant einen überschaubaren Einstieg – von mobilen Materialien bis zum eigenen Makerspace.
Räume und Ausstattung passend zu euren Making-Vorhaben gestalten
Ihr möchtet Making an eurer Schule ermöglichen und fragt euch, welche Räume und welche Ausstattung ihr dafür braucht? Beginnt mit einem konkreten Vorhaben: Was sollen die Lernenden entwickeln, mit welchen Materialien sollen sie arbeiten und wie sollen sie ihre Ideen erproben?
Daran lassen sich die Anforderungen an eure Lernumgebung festmachen. Je nach Vorhaben kommen vorhandene Unterrichts- und Fachräume, mobile Materialkisten oder ein eigener Makerspace infrage. Prüft dabei auch, wo begonnene Arbeiten liegen bleiben können, wie Materialien zugänglich sind und wer den Betrieb organisiert.
In diesem Beitrag plant ihr eine räumliche Lösung, die zu euren pädagogischen Zielen und euren Möglichkeiten passt. Eine erste Erprobung hilft euch, den Bedarf genauer einzuschätzen und spätere Anschaffungen zu begründen.
Quick Facts

Rubrik:
Zielgruppe:
Lehrperson, PICTS, TICTS, Schulleitung, Making-Verantwortliche
Kompetenzstufen:
Organisation / Unternehmen:
Making Handreichung
Das nehmt ihr mit
Eure Leitfrage:
Welche Lernumgebung brauchen wir für unser nächstes Making-Vorhaben – und was davon ist bereits vorhanden?
In fünf Schritten zu eurer Making-Lernumgebung
1. Von den Lernaktivitäten ausgehen
Wählt ein konkretes Making-Vorhaben als Ausgangspunkt. Überlegt, was die Lernenden dabei tun: Ideen skizzieren, Materialien untersuchen, konstruieren, programmieren, testen oder Ergebnisse besprechen.
Leitet daraus ab, welche Arbeitsflächen, Werkzeuge und Materialien tatsächlich benötigt werden. Berücksichtigt auch, wie viele Personen gleichzeitig arbeiten und wo Unterstützung nötig ist.
Haltet fest:
Welche Tätigkeiten soll unsere Lernumgebung ermöglichen?
2. Vorhandene Möglichkeiten prüfen
Geht gemeinsam durch eure Schule. Welche Unterrichts- und Fachräume, Arbeitsflächen und Aufbewahrungsmöglichkeiten könnt ihr nutzen? Welche Materialien und Werkzeuge sind bereits vorhanden? Bezieht die Erfahrungen der Personen ein, die diese Räume betreuen.
Prüft anschliessend, welche Lösung für den Einstieg passt: mobile Materialkisten, ein Bereich im Klassenzimmer, die Mitnutzung eines Fachraums oder ein eigener Makerspace. Entscheidend ist auch, wann und unter welchen Bedingungen die Lernenden Zugang haben.
Haltet fest:
Was können wir nutzen – und welche Absprachen fehlen noch?
3. Arbeitsbereiche und Abläufe gestalten
Überlegt, welche Tätigkeiten nebeneinander stattfinden können und welche sich gegenseitig stören. Für ein Gespräch über Ideen braucht es andere Bedingungen als für lautes oder staubiges Arbeiten. Auch das Testen von Konstruktionen benötigt möglicherweise eine freie Fläche.
Plant deshalb erkennbare Bereiche und übersichtliche Wege. Diese Bereiche müssen nicht dauerhaft eingerichtet sein: Ein Tisch kann zunächst zum Planen und später zum Bauen dienen. Denkt auch an die Aufbewahrung unfertiger Arbeiten und an einen Ort, an dem Materialien und Werkzeuge zuverlässig wiedergefunden werden.
Haltet fest:
Wo wird geplant, gebaut, getestet, besprochen und aufbewahrt?
4. Zugang und Verantwortung klären
Prüft die Lernumgebung aus Sicht unterschiedlicher Lernender. Sind Materialien erreichbar und verständlich beschriftet? Gibt es ausreichend Bewegungsfläche und geeignete Arbeitsplätze? Wie erhalten die Lernenden eine Einführung und bei Bedarf Unterstützung?
Vereinbart zudem, wer Materialien nachfüllt, Werkzeuge kontrolliert und Reparaturen organisiert. Klärt vor dem Einsatz, welche Arbeiten selbstständig möglich sind und welche eine Einführung oder Aufsicht erfordern. Beachtet dabei die schulischen Sicherheitsvorgaben und die Anforderungen der verwendeten Werkzeuge.
Haltet fest:
Wer darf was nutzen, welche Unterstützung braucht es und wer kümmert sich um den Betrieb?
5. Im Unterricht erproben und gezielt anpassen
Erprobt eure Lösung mit dem ausgewählten Making-Vorhaben. Beobachtet neben den Ergebnissen auch die Abläufe: Finden die Lernenden benötigte Materialien? Entstehen Wartezeiten? Gibt es Platz zum Testen? Funktionieren das Aufräumen und die Aufbewahrung?
Bezieht die Rückmeldungen der Lernenden ein. Entscheidet anschliessend, was ihr beibehaltet, anders organisiert oder ergänzt. Begründet Anschaffungen mit einem beobachteten Bedarf und berücksichtigt dabei auch Einführung, Unterhalt und Verbrauchsmaterial.
Haltet fest:
Was hat sich bewährt – und welche Anpassung erleichtert das nächste Vorhaben?
Unsere Making-Lernumgebung auf einen Blick
Making braucht Raum – drei Wege aus der Praxis
Wie Schulen ihre Making-Lernumgebung gestalten, hängt von ihren Vorhaben und räumlichen Möglichkeiten ab. Diese Beispiele zeigen unterschiedliche Wege: Materialien mobil bereitstellen, einen Makerspace im Provisorium einrichten und das Kollegium an der Raumplanung beteiligen. Entdeckt, welche Ansätze zu eurer Schule passen.
Making ohne festen Raum – mobile Lösungen in Walenstadt
Wegen einer Schulhausrenovation muss der Makerspace vorübergehend weichen. Die Schule Walenstadt organisiert ausgewählte Materialien und Werkzeuge auf mobilen Maker-Wägen, damit Making weiterhin in verschiedenen Schulzimmern stattfinden kann.

Vom Provisorium zum Kreativhaus – Making in Erlen
Die Schule Erlen gibt Einblicke in die Einführung ihres Makerspaces und die Ausstattung des Provisoriums. Der Beitrag stellt stufenangepasste Möglichkeiten vor und richtet den Blick auf das geplante Kreativhaus mit Makerspace, Film- und Tonstudio sowie Bibliothek.
Welche Lösung passt zu uns?
Wählt ein Beispiel aus und betrachtet es mit Blick auf euer nächstes Making-Vorhaben:
- Welche Idee könnten wir mit unseren vorhandenen Möglichkeiten erproben?
- Was müssten wir dafür räumlich oder organisatorisch anpassen?
- Wen sollten wir in die Planung einbeziehen?
Übernehmt eine konkrete Anregung in eure Planung und haltet fest, woran ihr bei der Erprobung erkennen möchtet, ob sie für euch funktioniert.
Eure Making-Lernumgebung planen – Hilfen für Raum, Ausstattung und Nutzung
Welche Ausstattung brauchen wir wirklich? Wie organisieren wir Arbeitsbereiche, Materialien und die gemeinsame Nutzung? Diese Ressourcen unterstützen euch dabei, eure Planung zu konkretisieren. Wählt die Hilfe, die zu eurer nächsten Frage passt, und übertragt passende Anregungen auf eure Schule.
Raum und Ausstattung im Zusammenhang planen
Making und Schule – Praxishandbuch für Schulentwicklung und Unterricht
Das Praxishandbuch begleitet Schulen von der Projektplanung und Budgetierung bis zur Gestaltung und Nutzung schulischer Makerspaces. Nutzt es, um eure räumlichen Überlegungen mit dem pädagogischen Konzept und den verfügbaren Mitteln abzustimmen. Das Buch steht auch kostenlos als PDF zur Verfügung.
Einrichtung und Betrieb konkretisieren
Making in der Schule – Tipps zur Einführung
Die Online-Handreichung bietet Anregungen und Materialien in sechs Phasen. Für eure Lernumgebung sind besonders «Konzipieren» und «Umsetzen» hilfreich: Dort geht es um Nutzung, Raumgestaltung, Inventar, Aufbewahrung und Verantwortlichkeiten.
Ressourcen vom Unterricht her denken
Framework «Making macht Schule»
Das PHSG-Framework verbindet die Dimension «Ressourcen» mit Thematik, Didaktik, Methodik und Evaluation. Nutzt das Themenheft und die ergänzenden Unterrichtsvorlagen, um zu prüfen, welche Materialien und Rahmenbedingungen euer konkretes Making-Vorhaben benötigt.
Vor der Anschaffung: Den Bedarf konkret machen
Erstellt für euer erstes Vorhaben eine kurze Material- und Ausstattungsliste. Ordnet jeden Eintrag einer dieser drei Gruppen zu:
Notiert bei geplanten Anschaffungen, welche Tätigkeit sie ermöglichen sollen. Berücksichtigt neben dem Kaufpreis auch Platzbedarf, Einführung, Verbrauchsmaterial und Unterhalt. So entsteht eine Ausstattung, deren Nutzen ihr konkret begründen könnt.
Was eine Making-Lernumgebung unterstützen sollte
Raumgestaltung und Lernaktivitäten verbinden
Eine qualitative Studie mit drei Schulbeispielen aus Ontario zeigt, wie Raumaufteilung, zugängliche Materialien und unterschiedliche Arbeitsbereiche mit den Lernaktivitäten zusammenwirken. Sichtbare Materialien können Ideen anregen; Platz für gemeinsame Arbeit, Austausch und individuellen Rückzug eröffnet unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten. Die Untersuchung liefert konkrete Gestaltungsimpulse, belegt aber keine allgemeingültige ideale Raumlösung (Hughes & Morrison, 2020).
Zugang und Begleitung mitplanen
Eine 2026 veröffentlichte Forschungsübersicht bündelt die Ergebnisse von 17 Übersichtsarbeiten zur Maker Education. Sie benennt die Einbindung in den Unterricht, die Qualifizierung der Lehrpersonen und einen gerechten Zugang als wiederkehrende Herausforderungen. Zur Gestaltung einer Making-Lernumgebung gehören deshalb auch die Fragen, wer sie tatsächlich nutzen kann und welche Unterstützung dabei verfügbar ist (Elmoazen et al., 2026).
Die eigene Lösung erproben
Für eure Planung lässt sich daraus ableiten: Stimmt Raum, Materialien und Begleitung auf die vorgesehenen Tätigkeiten ab. Beobachtet bei der Erprobung, wer gut ins Arbeiten kommt und wo Hindernisse entstehen. Nutzt diese Beobachtungen und die Rückmeldungen der Lernenden, um eure Lernumgebung schrittweise anzupassen.
Euer nächster Schritt: Eine erste Raumlösung testen
Nehmt eure ausgefüllte Planung «Unsere Making-Lernumgebung auf einen Blick» zur Hand und richtet für ein konkretes Vorhaben eine erste Arbeitsumgebung ein.
Vereinbart vor der Erprobung:
Entscheidet danach, welche Anpassung für das nächste Vorhaben am wichtigsten ist. Das kann eine andere Materialordnung, eine zusätzliche Arbeitsfläche oder eine klarere Nutzungsvereinbarung sein.
Literatur und Links
Weitere Making Module

