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Wie wird aus einzelnen Projekten eine Making-Kultur?

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Making-Dorf | Erfahrungen teilen, Beteiligung ermöglichen und Making gemeinsam verankern

Erste Making-Projekte sind erprobt – wie geht es gemeinsam weiter? Ihr macht Erfahrungen zugänglich, beteiligt Lernende und Kolleg und entwickelt verlässliche Formen der Zusammenarbeit. So arbeitet ihr daran, dass Making über einzelne Vorhaben hinaus einen festen Platz in eurem Schulalltag erhält.

Vom einzelnen Vorhaben zur gemeinsamen Praxis

An eurer Schule entstehen Making-Projekte. Einzelne Lehrpersonen haben Erfahrungen gesammelt, Lernende entwickeln eigene Lösungen und Materialien werden erprobt. Nun stellt sich die Frage, wie weitere Personen daran anknüpfen können und was auch über einen Klassen- oder Personalwechsel hinweg Bestand haben soll.

Eine gemeinsame Making-Kultur zeigt sich im Alltag: Wie werden Ideen aufgenommen? Wie geht ihr mit Schwierigkeiten und misslungenen Versuchen um? Wer kann Materialien, Wissen und Unterstützung nutzen? Und welche Möglichkeiten haben Lernende, die Praxis mitzugestalten?

In diesem Beitrag betrachtet ihr eure bisherigen Erfahrungen aus der Perspektive der ganzen Schule. Ihr klärt, was ihr gemeinsam weiterführen möchtet, wie ihr voneinander lernen könnt und welche Absprachen dafür nötig sind. Dabei darf Making je nach Stufe, Fach und Lerngruppe unterschiedliche Formen annehmen.

Quick Facts

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Kompetenzstufen:

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Organisation / Unternehmen:

Making Handreichung

Das nehmen ihr mit

Ihr macht Erfahrungen und Materialien für andere nutzbar.

Ihr entwickelt Gelegenheiten für Austausch und gemeinsames Erproben.

Ihr beteiligt Lernende und Kolleg an der Weiterentwicklung.

Ihr klärt Zuständigkeiten und Vereinbarungen, die Making im Alltag tragen.

Leitfrage für euer Team:

Was brauchen wir, damit Making von mehreren Personen mitgetragen, regelmässig gelebt und gemeinsam weiterentwickelt wird?

In fünf Schritten eine gemeinsame Making-Kultur entwickeln

1. Vorhandene Erfahrungen gemeinsam betrachten

Sammelt Beispiele aus eurem Schulalltag: Unterrichtsvorhaben, Materialien, Arbeiten von Lernenden und Erfahrungen mit der Begleitung. Bezieht auch Versuche ein, die anders verliefen als geplant.

Besprecht, was ihr daran schätzt und weiterführen möchtet. Achtet auf konkrete Situationen: Wann konnten Lernende eigene Entscheidungen treffen? Wo half gegenseitige Unterstützung? Welche Bedingungen erleichterten das Erproben und Überarbeiten?

Haltet fest:

Welche Merkmale sollen unsere gemeinsame Making-Praxis prägen?

2. Erfahrungen und Materialien zugänglich machen

Bereitet ausgewählte Vorhaben so auf, dass andere sie nachvollziehen und anpassen können. Ergänzt Materialien um kurze Hinweise zu Lernzielen, Lerngruppe, Zeitbedarf, benötigter Unterstützung und möglichen Stolpersteinen.

Vereinbart einen gemeinsamen Ablageort und eine einfache Struktur. Benennt Ansprechpersonen und kennzeichnet, was bereits erprobt wurde und was noch eine Idee ist. Prüft auch, wie neue Kolleg Zugang zu Materialien, Räumen und praktischem Wissen erhalten.

Haltet fest:

Was möchten wir teilen – und was brauchen andere, um damit arbeiten zu können?

3. Austausch und gemeinsames Erproben ermöglichen

Schafft überschaubare Gelegenheiten, bei denen Kolleg Erfahrungen besprechen und Making selbst erleben können. Das kann ein kurzer Einblick an einer Teamsitzung, eine gemeinsame Erprobung oder ein Unterrichtsbesuch mit anschliessendem Gespräch sein.

Wählt jeweils eine konkrete Frage: Wie eröffnen wir eine Challenge? Wie unterstützen wir Gruppen beim Feststecken? Wie organisieren wir Materialzugang und Aufräumen? Vereinbart danach, welche Anregung jemand im eigenen Unterricht ausprobieren möchte.

Haltet fest:

In welchem bestehenden Zeitgefäss können wir regelmässig voneinander lernen?

4. Lernende und weitere Beteiligte einbeziehen

Fragt die Lernenden, welche Erfahrungen sie weitergeben möchten und was ihnen den Zugang zum Making erleichtert oder erschwert. Gebt ihnen Möglichkeiten, Vorschläge einzubringen, Materialien mitzugestalten oder andere beim Einstieg zu unterstützen.

Achtet darauf, auch zurückhaltende oder weniger erfahrene Personen einzubeziehen. Bei gegenseitiger Hilfe sollen Rollen wechseln können und alle Gelegenheit zum eigenen Lernen behalten. Eltern oder ausserschulische Partner könnt ihr dort beteiligen, wo ihre Erfahrungen und Kenntnisse zu einem konkreten Vorhaben passen.

Haltet fest:

Wer gestaltet bereits mit – und wessen Perspektive fehlt uns noch?

5. Verbindlichkeit schaffen und Entwicklung offenhalten

Klärt mit der Schulleitung, welche Aufgaben und Ressourcen dauerhaft nötig sind. Dazu gehören beispielsweise Materialpflege, Einführungen, Koordination und Zeit für den Austausch. Verteilt Wissen und Verantwortung so, dass mehrere Personen die Praxis mittragen können.

Trefft wenige, realistische Vereinbarungen und legt einen gemeinsamen Rückblick fest. Prüft dann, was tatsächlich genutzt wird, wer erreicht wird und wo Aufwand entsteht. Entscheidet gemeinsam, was ihr beibehaltet, verändert oder beendet.

Haltet fest:

Welche Vereinbarung setzen wir jetzt um – und wann prüfen wir, ob sie im Alltag funktioniert?

Unsere Making-Kultur gemeinsam weiterentwickeln

Daran knüpfen wir an:

Welche Erfahrungen, Stärken und vorhandenen Formen der Zusammenarbeit nutzen wir?

Das ist uns wichtig:

Welche Merkmale sollen unsere Making-Praxis prägen? Woran sollen sie im Alltag erkennbar sein?

Das teilen wir:

Welche Materialien und Erfahrungen machen wir zugänglich? Wo sind sie zu finden und wer ist ansprechbar?

So lernen wir voneinander:

Welche Gelegenheit zum Austausch oder gemeinsamen Erproben nutzen wir als Nächstes?

Diese Personen beteiligen wir:

Wie bringen Lernende und Kolleg ihre Perspektiven ein? Wen möchten wir zusätzlich einbeziehen?

Das vereinbaren wir verbindlich:

Wer übernimmt welche Aufgabe? Welche Zeit und Mittel stehen dafür zur Verfügung?

Dann schauen wir gemeinsam zurück:

Wann besprechen wir die Umsetzung? Welche Beobachtungen und Rückmeldungen beziehen wir ein?

Making gemeinsam weitertragen – Einblicke aus der Praxis

Erfahrungen im Kollegium austauschen, Lernende als Expert beteiligen und Unterrichtsideen anderen Schulen zugänglich machen: Diese Beispiele zeigen unterschiedliche Wege, Making über einzelne Projekte hinaus weiterzutragen. Entdeckt, welche Form des Teilens zu eurer nächsten Entwicklungsaufgabe passt.

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Making erleben – Erfahrungen im Kollegium weitergeben

Beim internen Transferanlass in Vilters-Wangs stellen die Entwickler erprobte Making-Projekte vor. Lehrpersonen der Zyklen 1 und 2 wählen passende Einblicke aus und erhalten Anregungen für eigene Vorhaben. Die Story zeigt ein konkretes Format für den Austausch innerhalb der Schule.

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Lernende als Mentor – Eltern machen mit

Oberstufenlernende entwickeln Workshop-Ideen und begleiten ihre Eltern beim praktischen Arbeiten. Der Beitrag zeigt, wie Lernende Verantwortung übernehmen, ihr Wissen weitergeben und Eltern Einblick in die Making-Praxis der Schule erhalten.

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Kopieren ausdrücklich erlaubt – Praxiswissen zugänglich machen

Die Schule Walenstadt bündelt Erkenntnisse, Projekte und Unterrichtsideen aus drei Jahren Entwicklungsarbeit in einer interaktiven Dokumentation. Andere Schulen können die Beispiele aufgreifen und weiterentwickeln. Ein Einblick, wie Erfahrungen über die eigene Schule hinaus nutzbar werden.

Was möchten wir weitergeben?

Wählt ein erprobtes Vorhaben aus eurer Schule und überlegt:

  • Für wen sind unsere Erfahrungen hilfreich?
  • Was müssen wir neben dem Ergebnis zeigen, damit andere daran anknüpfen können?
  • Welche Form passt: ein kurzer Austausch, gemeinsames Erproben oder eine verständliche Dokumentation?

Bezieht auch Schwierigkeiten und offene Fragen ein. Vereinbart anschliessend eine konkrete Gelegenheit zum Teilen und klärt, wer sie vorbereitet. Fragt danach nach, was andere aufgreifen konnten und welche Unterstützung noch fehlt.

Making gemeinsam verankern – Hilfen für eure Schulentwicklung

Welche Bedingungen tragen eure Making-Praxis bereits, und wo braucht es verbindliche Absprachen? Diese Ressourcen unterstützen euch dabei, Entwicklungsbedarf zu erkennen, gemeinsame Schritte zu organisieren und auf Herausforderungen zu reagieren. Wählt einen Schwerpunkt, den ihr als Team konkret bearbeiten möchtet.

Die Bedingungen an der Schule gemeinsam betrachten

Kartenset «Schulentwicklung: Dimensionen und Aspekte der digitalen Transformation»

Die Karten enthalten Leitfragen zu Unterricht, Personal, Organisation, Kultur und Infrastruktur. Nutzt ausgewählte Fragen, um eure Making-Praxis aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten: Was unterstützt die Zusammenarbeit bereits? Wo fehlen Zeit, Zuständigkeiten oder gemeinsame Vereinbarungen?

Gemeinsame Entwicklungsschritte organisieren

Agile Schulentwicklung

Das Kartenset bietet Anleitungen und Ideen, um Ziele zu klären und Entwicklungsprozesse in überschaubaren Schleifen zu gestalten. Ein ergänzendes Entwicklungsboard macht laufende Aufgaben und deren Akzeptanzkriterien sichtbar. Nutzt diese Hilfen, um eure nächste Vereinbarung umzusetzen und gemeinsam zu überprüfen.

Making im

Schulalltag

weiterentwickeln

Making in der Schule – Tipps zur Einführung

Der Bereich «Weiterentwickeln» bietet Kriterien, Instrumente zur Selbsteinschätzung und Anregungen zum Umgang mit typischen Herausforderungen. Nutzt besonders das Material «Herausforderungen und Massnahmen», um Schwierigkeiten in eurer Making-Praxis zu besprechen und passende nächste Schritte abzuleiten.

Eine Vereinbarung im Alltag erproben

Wählt aus eurer gemeinsamen Planung eine Veränderung aus, die ihr als Nächstes umsetzen könnt. Zum Beispiel: neue Kolleg in die Materialnutzung einführen, einen regelmässigen Erfahrungsaustausch einrichten oder Lernende an der Weiterentwicklung einer Challenge beteiligen.

Vereinbart, wer die Umsetzung übernimmt, welche Unterstützung nötig ist und wann ihr gemeinsam zurückblickt. Formuliert auch, woran ihr erkennen möchtet, ob die Veränderung hilfreich war.

Beim Rückblick zählt neben der Durchführung die tatsächliche Nutzung: Wer konnte davon profitieren? Wer wurde noch nicht erreicht? Was soll angepasst werden?

Was eine gemeinsame Making-Kultur trägt

Making als gemeinsame Schulentwicklung verstehen

Eine wissenschaftliche Begleitung von fünf Schweizer Pilotschulen untersucht, welche Bedingungen die Einführung von Making unterstützen. Die Zwischenauswertung hebt unter anderem eine gemeinsam entwickelte Strategie, die aktive Beteiligung der Schulleitung und die Einbindung der Lehrpersonen hervor. Zugleich werden Belastungen und unterschiedliche Vorstellungen von Making sichtbar. Die Ergebnisse liefern Hinweise für die Schulentwicklung, jedoch kein allgemeingültiges Erfolgsrezept (Maurer & Ingold, 2023).

Gemeinsames Lernen braucht passende Bedingungen

Die Forschung zu professionellen Lerngemeinschaften bietet einen ergänzenden Blick auf die Zusammenarbeit im Kollegium. Eine grundlegende Literaturübersicht beschreibt, wie individuelle Fähigkeiten, gemeinsames Lernen, organisatorische Bedingungen und Unterstützung zusammenwirken. Für eure Making-Praxis lässt sich daraus ableiten: Verbindet den Austausch von Materialien mit Gelegenheiten, Erfahrungen gemeinsam zu besprechen und neue Vorgehensweisen zu erproben (Stoll et al., 2006).

Anschluss an den Schulalltag schaffen

Maurer und Ingold weisen auch auf die Gefahr hin, dass Making auf einen kleinen Kreis Engagierter begrenzt bleibt. Gemeinsame Erprobungen und verständliche Bezüge zum Unterricht können weiteren Lehrpersonen den Zugang erleichtern. Dabei müssen die verfügbaren Ressourcen und die Belastung des Kollegiums berücksichtigt werden (Maurer & Ingold, 2023).

Euer nächster Schritt: Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Nehmt eure Vorlage «Unsere Making-Kultur gemeinsam weiterentwickeln» ins nächste Teamgespräch mit. Wählt eine Vereinbarung aus, die ihr im kommenden Zeitraum verbindlich umsetzen möchtet.

Klärt zum Abschluss:

Die Beteiligung:

Wer gestaltet mit und wessen Perspektive holen wir zusätzlich ein?

Die Verantwortung:

Wer übernimmt welche Aufgabe, und welche Unterstützung steht bereit?

Den Rückblick:

Wann prüfen wir gemeinsam, was sich bewährt hat und was angepasst werden muss?

Macht die Vereinbarung für alle Beteiligten zugänglich. Haltet beim Rückblick auch fest, welches Wissen und welche Aufgaben weitere Personen übernehmen können. So schafft ihr eine Grundlage, auf der eure Making-Praxis gemeinsam weitergeführt werden kann.

Literatur und Links

Maurer, B., & Ingold, S. (2023). Making als Bildungsinnovation: Gelingensfaktoren aus Sicht der Schulentwicklung. MedienPädagogik: Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung, 56, 37–68. https://doi.org/10.21240/mpaed/56/2023.12.02.X

Stoll, L., Bolam, R., McMahon, A., Wallace, M., & Thomas, S. (2006). Professional learning communities: A review of the literature. Journal of Educational Change, 7(4), 221–258. https://doi.org/10.1007/s10833-006-0001-8

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