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Wie entwickeln wir ein gemeinsames Verständnis von Making?

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Ideenquelle – Vision entwickeln

Eine gemeinsame Richtung finden

Was bedeutet Making für unsere Schule? Im Kollegium können damit unterschiedliche Vorstellungen verbunden sein: eigene Ideen verwirklichen, mit Materialien experimentieren, digitale Werkzeuge nutzen oder neue Formen der Zusammenarbeit erproben.

Eine gemeinsame Making-Vision macht sichtbar, welche Lernmöglichkeiten ihr schaffen möchtet. Sie hilft euch, Unterrichtsvorhaben, Lernbegleitung und Ausstattung aufeinander abzustimmen. Dafür braucht es zunächst wenige verständliche Leitsätze, die ihr im Schulalltag ausprobieren und weiterentwickeln könnt.

Das nehmen wir mit

Ihr macht unterschiedliche Vorstellungen von Making sichtbar.

Ihr formuliert gemeinsame pädagogische Anliegen.

Ihr übersetzt eure Leitsätze in ein erstes Unterrichtsvorhaben.

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Making Handreichung

Leitfrage für euer Team:

Was sollen unsere Schülerinnen und Schüler beim Making selbst entscheiden, gestalten und erfahren können?

In vier Schritten zu eurer Making-Vision


Eine gemeinsame Vision entsteht, wenn ihr Vorstellungen austauscht, Prioritäten setzt und eure Ideen im Unterricht überprüft. Bezieht dabei auch die Perspektiven der Schülerinnen und Schüler ein.

1. Vorstellungen sichtbar machen

Startet mit einer persönlichen Frage:

Wann erleben wir Lernen als neugieriges Entdecken und eigenständiges Gestalten?

Alle halten zunächst ein Beispiel oder einen Wunsch fest. Sammelt anschliessend eure Gedanken und vergleicht sie: Was verbindet euch? Wo habt ihr unterschiedliche Vorstellungen von Making?

Fragt auch die Lernenden, was sie gerne erfinden, verändern oder herstellen möchten und welche Unterstützung sie dafür brauchen.

Euer Zwischenergebnis: Eine Sammlung gemeinsamer Anliegen und offener Fragen.

2. An Beispielen konkret werden

Schaut euch gemeinsam ein oder zwei Making-Beispiele an. Besprecht, welche Lernmöglichkeiten darin sichtbar werden:

  • Was entscheiden und gestalten die Lernenden selbst?
  • Wie können sie ihre Ideen testen und weiterentwickeln?
  • Wie unterstützen sich Lernende und Lehrpersonen gegenseitig?
  • Was davon möchtet ihr an eurer Schule ermöglichen?

Haltet fest, welche Merkmale euch besonders wichtig sind. Klärt auch Unterschiede: Wie viel Offenheit traut ihr euch bereits zu? Wo braucht es Orientierung oder Unterstützung?

Euer Zwischenergebnis: Drei bis fünf pädagogische Anliegen, die eure Making-Vision tragen sollen.

3. Gemeinsame Leitsätze formulieren

Formuliert aus euren Anliegen kurze Sätze. Beschreibt darin, was die Lernenden erleben sollen und welchen Beitrag ihr als Schule dazu leistet.

Mögliche Formulierungen sind:

  • «Unsere Schülerinnen und Schüler bringen eigene Ideen ein und treffen Entscheidungen über ihre Umsetzung.»
  • «Wir ermöglichen mehrere Versuche und nutzen Schwierigkeiten, um Lösungen weiterzuentwickeln.»
  • «Wir schaffen unterschiedliche Zugänge und unterstützen Lernende entsprechend ihrem Bedarf.»
  • «Wir teilen Ideen, Erfahrungen und Wissen innerhalb der Klasse und im Kollegium.»

Passt die Aussagen an eure Schule an. Ergänzt zu jedem Leitsatz ein beobachtbares Beispiel:

Woran würden Lernende oder Besuchende erkennen, dass wir diesen Satz leben?

Euer Zwischenergebnis: Drei bis fünf Leitsätze mit je einem konkreten Beispiel aus dem angestrebten Schulalltag.

4. Die Vision im Unterricht erproben

Wählt ein überschaubares Vorhaben, in dem ihr einen oder zwei Leitsätze bewusst umsetzt. Vereinbart, wer beteiligt ist und wann ihr die Erfahrungen gemeinsam besprecht.

Sammelt neben euren Beobachtungen auch Rückmeldungen der Lernenden:

  • Wo konnten sie eigene Entscheidungen treffen?
  • Was hat ihnen beim Ausprobieren und Weiterarbeiten geholfen?
  • Welche Hindernisse haben sie erlebt?
  • Was sollten wir beim nächsten Mal verändern?

Prüft anschliessend, ob eure Leitsätze Orientierung gegeben haben. Präzisiert sie dort, wo sie zu allgemein geblieben sind oder wichtige Anliegen fehlen.

Euer Zwischenergebnis: Eine erste erprobte Fassung eurer Making-Vision und ein vereinbarter nächster Schritt.

Passt unsere Vision zu unserem Alltag?

Unsere Leitsätze sind verständlich, beschreiben Lernmöglichkeiten und lassen sich an konkreten Beispielen erkennen. Die Perspektiven der Lernenden sind eingeflossen. Wir wissen, wo wir beginnen und wann wir unsere Erfahrungen gemeinsam auswerten.

Von gemeinsamen Vorstellungen zur gelebten Praxis

Wie finden Schulen eine gemeinsame Richtung für Making? Entdeckt, wie aus unterschiedlichen Vorstellungen eine Vision entsteht und wie Teams diese im Schulalltag weiterverfolgen. Ein Kartenset unterstützt euch dabei, euren eigenen Entwicklungsprozess zu gestalten.

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Eine gemeinsame Making-Vision entwickeln

Die Making-Modellschulen tragen ihre Vorstellungen zusammen, verdichten Kernaussagen und formulieren persönliche Leitsätze. Ein Einblick in den gemeinsamen Weg zu einer Making-Vision.

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Eine Vision im Schulalltag erproben

Das Entwicklerteam Vilters-Wangs verbindet seine Vorstellung von zukunftsorientiertem Lernen mit Unterrichtsprojekten und regelmässigem Austausch. Die Story zeigt auch Herausforderungen beim Übertragen auf die ganze Schule.

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Gemeinsam weiterentwickeln – mit einem Kartenset

Ziele klären, nächste Schritte vereinbaren und Erfahrungen gemeinsam auswerten: Das Kartenset bietet Anleitungen und Impulse für die Zusammenarbeit im Entwicklungsteam.

Mit Blick auf eure Schule

Welche Idee aus den Beispielen hilft euch weiter? Wählt gemeinsam eine aus und besprecht, wie ihr sie an eure Bedingungen anpassen könnt. Haltet fest, was ihr übernehmen, verändern oder zunächst ausprobieren möchtet.

Warum eine gemeinsame Making-Vision wichtig ist

Ein gemeinsames Verständnis gibt Orientierung.

Im Kollegium können unterschiedliche Vorstellungen von Making bestehen. Klärt deshalb, welche Gestaltungsspielräume ihr den Lernenden eröffnen möchtet und wie ihr sie dabei begleitet. Das Praxishandbuch «Making und Schule» beschreibt eigene Ideen, die Entwicklung von Prototypen sowie Austausch und Reflexion als wesentliche Merkmale schulischen Makings (Buchmann et al., 2024).

Die Vision braucht Verbindung zum Schulalltag.

Eine Untersuchung an fünf Schweizer Pilotschulen betrachtet die Einführung von Making als Schulentwicklungsprozess. Sie zeigt, wie pädagogische Orientierung, Schulleitung, Zusammenarbeit und Rahmenbedingungen ineinandergreifen. Eine Vision kann dabei eine gemeinsame Richtung geben; ihre Umsetzung braucht auch Zeit, Unterstützung und Gelegenheiten zum Lernen im Team (Maurer & Ingold, 2023).

Für euren Prozess bedeutet das:

Verbindet eure Leitsätze mit konkreten Unterrichtssituationen. Prüft gemeinsam mit den Lernenden, was davon bereits erlebbar wird und was ihr verändern möchtet. Der vorgeschlagene Ablauf in vier Schritten dient euch dafür als Orientierung und kann an eure Schule angepasst werden.

Euer nächster Schritt

Nehmt einen ersten Leitsatz mit in die nächste Teamsitzung:

«Beim Making möchten wir unseren Schülerinnen und Schülern ermöglichen, dass …»

Ergänzt den Satz zunächst einzeln und vergleicht eure Vorstellungen. Einigt euch auf ein gemeinsames Anliegen und beschreibt eine Unterrichtssituation, in der es sichtbar werden könnte.

Haltet fest, wer diesen ersten Versuch vorbereitet und wann ihr die Erfahrungen gemeinsam besprecht.

Literatur und Links

Buchmann, T., Ingold, S., & Maurer, B. (2024). Gemeinsame Vision: Making-Verständnis entwickeln. In S. Ingold & B. Maurer (Hrsg.), Making und Schule: Praxishandbuch für Schulentwicklung und Unterricht (S. 65–72). kopaed.

Maurer, B., & Ingold, S. (2023). Making als Bildungsinnovation: Gelingensfaktoren aus Sicht der Schulentwicklung. MedienPädagogik: Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung, 56, 37–68. https://doi.org/10.21240/mpaed/56/2023.12.02.X

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