Wie starten wir Making als Schulentwicklungsprozess?
Wie starten wir Making als Schulentwicklungs-prozess?
Rubrik: Leitfäden und Handreichungen
Zielgruppe: Making-Verantwortliche, PICTS, Schulleitung
Basislager – Gemeinsam planen
Aus einer gemeinsamen Idee wird ein konkretes Vorhaben
Ihr möchtet Making an eurer Schule erproben oder gezielt ausbauen. Dafür braucht es einen gemeinsamen Startpunkt: Was ist bereits vorhanden? Wer übernimmt Verantwortung? Welche Zeit und welche Materialien stehen zur Verfügung?
Ein überschaubares Pilotvorhaben hilft euch, diese Fragen an einer konkreten Umsetzung zu klären. Ihr vereinbart, was ihr ausprobieren möchtet, schafft passende Bedingungen und wertet eure Erfahrungen gemeinsam aus. Daraus entstehen nächste Schritte für eure Schule.
Das nehmen ihr mit
Quick Facts

Rubrik:
Zielgruppe:
Kompetenzstufen:
Organisation / Unternehmen:
Making Handreichung
Leitfrage für euer Team:
Welches Making-Vorhaben können wir unter unseren Bedingungen gemeinsam erproben – und was möchten wir dabei herausfinden?
In fünf Schritten zu eurem Making-Pilotvorhaben
Plant einen ersten Versuch, der zu eurer Schule passt und aus dem ihr gemeinsam lernen könnt. Vereinbart dafür ein konkretes Vorhaben, klare Zuständigkeiten und einen überschaubaren Rahmen.
1. Die Ausgangslage klären
Sammelt, woran ihr anknüpfen könnt: Welche Making-Erfahrungen gibt es bereits? Wer bringt Interesse oder hilfreiches Wissen mit? Welche Materialien, Werkzeuge und Räume sind verfügbar?
Nehmt auch offene Fragen auf. Vielleicht fehlt Zeit für die Zusammenarbeit, die Nutzung eines Raumes ist ungeklärt oder im Team bestehen unterschiedliche Vorstellungen von Making.
Euer Zwischenergebnis:
Ein kurzer Überblick über vorhandene Stärken, offene Fragen und den wichtigsten Klärungsbedarf.
2. Ein kleines Team bilden
Klärt, wer das Vorhaben vorbereitet, im Unterricht erprobt und die Erfahrungen zusammenführt. Bezieht die Schulleitung ein, damit notwendige Entscheidungen und Freiräume verbindlich vereinbart werden können.
Verteilt Aufgaben passend zu euren Möglichkeiten:
- Wer koordiniert das Vorhaben und hält Absprachen fest?
- Wer plant und begleitet die Erprobung?
- Wer unterstützt bei Materialien, Technik oder besonderen Lernbedürfnissen?
- Wie fliessen die Ideen und Rückmeldungen der Lernenden ein?
Eine Person kann mehrere Aufgaben übernehmen. Entscheidend ist, dass Verantwortung und verfügbare Zeit zusammenpassen.
Euer Zwischenergebnis:
Eine einfache Aufgabenübersicht mit benannten Ansprechpersonen.
3. Einen konkreten Pilotauftrag formulieren
Wählt ein Vorhaben, mit dem ihr ein Anliegen eurer Making-Vision erproben könnt. Legt fest, welche Klasse oder Lerngruppe beteiligt ist und welchen Gestaltungsspielraum die Lernenden erhalten.
Formuliert auch eure Entwicklungsfrage, zum Beispiel:
«Wie können wir Lernende dabei unterstützen, eigene Lösungsideen zu testen und weiterzuentwickeln?»
Vereinbart, woran ihr hilfreiche Erfahrungen erkennen könnt. Das können dokumentierte Veränderungen an Prototypen, Rückmeldungen der Lernenden oder Beobachtungen zur Zusammenarbeit sein.
Euer Zwischenergebnis:
Ein kurzer Pilotauftrag mit Lernvorhaben, Beteiligten und Entwicklungsfrage.
4. Zeit und Ressourcen verbindlich planen
Prüft, was ihr für die Umsetzung tatsächlich benötigt. Berücksichtigt neben der Unterrichtszeit auch Vorbereitung, Absprachen, Aufräumen und gemeinsame Auswertung.
Klärt Materialzugang, Aufbewahrung, Betreuung und die sichere Nutzung der ausgewählten Werkzeuge. Haltet fest, was bereits vorhanden ist, ausgeliehen werden kann oder beschafft werden muss. Bezieht bei Anschaffungen auch Verbrauchsmaterial und Wartung ein.
Passt den Umfang des Vorhabens an eure verfügbaren Mittel an. Offene Voraussetzungen erhalten eine zuständige Person und einen Klärungstermin.
Euer Zwischenergebnis:
Ein abgestimmter Zeit- und Ressourcenplan.
5. Erproben, auswerten und weiterentscheiden
Vereinbart den Auswertungstermin bereits vor dem Start. Sammelt während der Erprobung wenige aussagekräftige Beobachtungen, Arbeitsbeispiele und Rückmeldungen der Lernenden.
Besprecht anschliessend:
- Welche Gestaltungsspielräume haben die Lernenden genutzt?
- Welche Unterstützung hat ihnen geholfen?
- Was war organisatorisch gut machbar, was aufwendig?
- Was behalten wir bei und was verändern wir?
Entscheidet daraus, ob ihr das Vorhaben erneut erprobt, anpasst oder auf weitere Gruppen ausweitet.
Euer Zwischenergebnis:
Eine dokumentierte Erfahrung und ein konkreter nächster Schritt.
Unser Making-Pilotauftrag auf einen Blick
Gemeinsam starten – Einblicke aus den Modellschulen
Wie organisieren Schulen ihren Einstieg ins Making? Die folgenden Beispiele zeigen, wie Entwicklungsteams erste Schritte planen, Erfahrungen austauschen und ihre Vorhaben weiterentwickeln. Entdeckt Anregungen für eure eigene Zusammenarbeit.
Making macht Schule – der Start in Walenstadt
Ein Entwicklungsteam bündelt unterschiedliche Erfahrungen, schärft seine Making-Vision und nutzt einen gemeinsamen Arbeitsnachmittag zum Erproben von Werkzeugen. Ein Einblick in die ersten Schritte.

Making im Team entwickeln – Vilters-Wangs
Ein Team aus allen drei Zyklen organisiert regelmässigen Austausch und gemeinsame Entwicklungsschleifen. Die Story zeigt, wie Unterrichtserfahrungen zusammengeführt werden und welche Herausforderungen beim schulweiten Transfer entstehen.
Was passt zu unseren Bedingungen?
Wählt aus den Beispielen eine Form der Zusammenarbeit, die euch weiterhelfen könnte: einen gemeinsamen Arbeitsnachmittag, einen regelmässigen Teamaustausch oder Rückmeldungen aus einer anderen Schule.
Vereinbart, wer dabei sein soll, welche Frage ihr bearbeiten möchtet und welches Ergebnis ihr am Ende braucht.
Euren Start planen – Hilfen für die gemeinsame Umsetzung
Aufgaben verteilen, Ressourcen klären und den Überblick behalten: Diese Materialien unterstützen euch dabei, aus eurer Making-Idee ein konkretes Vorhaben zu entwickeln. Wählt die Hilfen aus, die zu eurem nächsten Planungsschritt passen.
Zusammenarbeit
gestalten
Kartenset «Agile Schulentwicklung»
Das Kartenset bietet Impulse und Anleitungen, um Ziele zu klären, Entwicklungsprozesse zu strukturieren und Erfahrungen gemeinsam auszuwerten. Nutzt passende Karten für die Vorbereitung eures Making-Vorhabens.
Aufgaben und Fortschritte sichtbar machen
Entwicklungsboard für die agile Schulentwicklung
Auf dem Entwicklungsboard werden Aufgaben und Kriterien für ihre Erfüllung festgehalten. Nutzt es als Anregung, um eure nächsten Schritte, Zuständigkeiten und den Stand der Umsetzung gemeinsam im Blick zu behalten.
Auch die laufenden Aufwände mitdenken
Haltet in eurer Ressourcenplanung fest, was bereits verfügbar ist und was zusätzlich benötigt wird:
Notiert zu jedem offenen Punkt, wer ihn bis wann klärt. Tragt Kosten erst ein, wenn Angebote oder nachvollziehbare Schätzungen vorliegen.
Was einen gemeinsamen Start unterstützt
Unterricht, Team und Organisation zusammendenken
Making als Schulentwicklungsprozess betrifft mehr als Materialien und Räume. Auch die Unterrichtsgestaltung, die Zusammenarbeit im Kollegium und die schulischen Rahmenbedingungen spielen eine Rolle. Eine wissenschaftliche Begleitung von fünf Schweizer Pilotschulen hebt unter anderem die Unterstützung durch die Schulleitung, die Beteiligung der Lehrpersonen und passende zeitliche und organisatorische Bedingungen hervor. Die Ergebnisse geben Hinweise auf förderliche Bedingungen; sie sind kein allgemeingültiges Erfolgsrezept (Maurer & Ingold, 2023).
An den eigenen Bedingungen ansetzen
Eine zweijährige qualitative Studie an einer US-amerikanischen Highschool zeigt, wie die Umsetzung eines schulischen Makerspaces mit dem Fachwissen der Lehrpersonen, dem Zugang zu Räumen, den Verbindungen zu Unterrichtsfächern und schulischen Strukturen zusammenhängt. Ausstattung allein reicht deshalb als Planungsgrundlage nicht aus. Ebenso wichtig ist die Frage, wie Lehrpersonen unter ihren konkreten Bedingungen damit arbeiten können (Gravel & Puckett, 2023).
Konsequenzen für euren Start
Für eure Planung lässt sich daraus ableiten: Verbindet ein überschaubares Unterrichtsvorhaben mit klaren Zuständigkeiten und der nötigen Unterstützung. Haltet bei der Erprobung fest, was das Arbeiten erleichtert und wo Hindernisse auftreten. So schafft ihr eine Grundlage, um gemeinsam über die nächsten Entwicklungsschritte zu entscheiden.
Euer nächster Schritt: Den Pilotauftrag gemeinsam verabschieden
Nehmt euren ausgefüllten Making-Pilotauftrag ins nächste Planungsgespräch mit. Prüft gemeinsam, ob das Vorhaben mit der verfügbaren Zeit, den beteiligten Personen und den vorhandenen Mitteln umsetzbar ist.
Trefft zum Abschluss drei verbindliche Vereinbarungen:
Offene Fragen dürfen bleiben. Entscheidend ist, dass ihr wisst, welche davon vor dem Start geklärt werden müssen und welche ihr während der Erprobung untersuchen könnt.
Literatur und Links
Weitere Making Module

